Jabber - für Profis!

Aus RWTH Jabber

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Bild:Info.png Dieser Artikel existiert in zwei Versionen: Dieser Artikel erklärt die vielen technischen Vorteile von Jabber für Profis. Der zweite Artikel ist für unerfahrene Anwender gedacht, die einfach nur chatten wollen.


In diesem Artikel sind Fakten zum Thema Jabber zusammengetragen. Jabber bietet viele Vorteile, insbesondere für Nutzer, die auf Instant-Messaging angewiesen sind und mit mehreren Rechnern an verschiedenen Standorten, vielen Konten und Kontakten arbeiten. Nicht umsonst wird Jabber in vielen Firmen intern eingesetzt.


Bild:jabber-logo.jpg

Inhaltsverzeichnis


[Bearbeiten] Technik

  • Die maximale Länge einer Nachricht ist in vielen Fällen unbegrenzt oder zumindest sehr groß. Es sind extrem lange Nachrichten möglich, die bei manchen anderen Instant-Messaging-Diensten längst aufgeteilt werden müssten. Sogar wenn der Chatpartner offline ist, kann man ihm noch sehr lange Nachrichten schreiben. Die Nachrichten werden ihm dann bei seiner nächsten Anmeldung angezeigt.
  • Man kann gleichzeitig mit einem Konto auf verschiedenen Geräten oder mit verschiedenen Programmen angemeldet sein. Beispielsweise das Notebook auf der Terrasse und der PC im Wohnzimmer. Dabei kann man sich auch selber Notizen an eine jeweils andere Ressource schicken. Einige Programme, z.B. Psi, erlauben es in einem gewissen Rahmen, die anderen eigenen Clients fernzusteuern.
  • Jabber ist dezentral aufgebaut. Viele hundert Firmen, Organisationen und Privatleute betreiben eigene Jabber-Server. Alle diese Server können untereinander kommunizieren. Es spielt keine Rolle, wo man das eigene Konto hat. Jabber kann somit nur dann vollständig ausfallen, wenn es auch kein Internet mehr gibt.
  • Zu den großen Jabber-Servern zählen beispielsweise draugr.de und jabber.ccc.de in Deutschland sowie swissjabber.ch in der Schweiz. Im Jabber University Network haben sich verschiedene Universitäten und Fachhochschulen zusammengeschlossen, die eigene Jabber-Server für ihre Studierenden und Mitarbeiter anbieten. Auch die Messenger von Google, GMX und Web.de sind Jabber-Programme.
  • jabberes.org betreibt eine umfangreiche, automatisch aktualisierte Serverliste. Da Jabber dezentral ist, ist es unmöglich, alle Servern zu erfassen. Die Liste ist also keineswegs als vollständig zu betrachten.
  • Natürlich kann es passieren, dass einzelne Jabber-Server ausfallen. Wenn man auf Jabber angewiesen ist, kann man sich mehrere Konten auf verschiedenen Servern anlegen und so die Stabilität beliebig erhöhen. Fällt dagegen ein ICQ- oder MSN-Netzwerkknoten aus, ist man möglicherweise ausgesperrt, da man sich den Server nicht selbst aussuchen kann, sondern beim Login zugewiesen bekommt. Übrigens läuft der RWTH-Server bisher wirklich verdammt stabil!
  • Die meisten Programme können gleichzeitig zu mehreren verschiedenen Jabber-Servern verbinden. Man kann also mit mehreren Konten gleichzeitig online sein. Fällt der Lieblings-Jabber-Server einmal aus, so kann man z.B. die wichtigsten Leute immer noch über den anderen Server erreichen.
  • Einige Programme, z.B. Gajim, erlauben es, mehrere Kontakte zu einem virtuellen Meta-Kontakt zusammenzufassen. Somit sieht man Leute mit mehreren Konten nicht auch mehrfach in der Kontaktliste.
  • Jabber unterstützt serverseitige Plugins. Sogenannte Transports erlauben eine Verbindung in andere IM-Netzwerke (ICQ, MSN, AIM, Yahoo, ...), ohne dass der eigene Client dieses andere Netzwerk unterstützen muss. Auch diverse andere Plugins sind möglich.
  • Es gibt viele verschiedene Arten von Bots. Wer möchte, kann beispielsweise RSS-Feeds oder das aktuelle Wetter direkt in den Chat geliefert bekommen. Beliebt sind auch Bots zur Steuerung von diversen Blogs. Beispielsweise Twitter.com betreibt einen Twitter-Bot.
  • Jabber unterstützt Multiuser-Chat, d.h. chatten mit mehr als nur zwei Personen. Will man z.B. mal eben schnell etwas zu dritt besprechen, so macht man sich einfach schnell einen neuen Chatraum auf. Der Raum wird automatisch wieder gelöscht, sobald niemand mehr drin ist.
  • Chaträume können natürlich auch fest eingerichtet werden und haben Moderationsfunktionen, ähnlich wie IRC, jedoch nicht ganz so leistungsfähig. Auf dem RWTH-Server gibt es bereits einige feste Chaträume.
  • Bei einigen Programmen, z.B. Kopete, kann man für jeden Kontakt einen anderen Onlinestatus setzen. (Beispiel: für den einen ist man online, für den anderen dnd, während man generell away ist)
  • Einige Programme unterstützen bereits Audio- und Videochat. Das Programm Coccinella hat ein eingebautes Whiteboard, dessen Inhalt an den Chat-Partner übertragen wird.
  • Das Protokoll ist für weitere Anwendungen erweiterbar. So kann man z.B. im Grafikprogramm Inkscape über das Netz gemeinsam an einer Zeichnung arbeiten oder sich in der Software-Entwicklungsumgebung Netbeans Programmschnipsel zuschicken. Beides funktioniert mit ganz normalen Jabber-Konten.

[Bearbeiten] Offen und Frei

  • Jabber gehört niemandem und ist unabhängig von irgendwelchen Firmen oder Institutionen.
  • Keine Werbung im Programm. Alle uns bekannten Jabber-Programme sind frei von Werbung!
  • Das Jabber-Protokoll basiert auf dem Internetstandard XMPP für Instant-Messaging (ähnlich wie DIN A4 für die Papierindustrie) und ist entsprechend gut dokumentiert.
  • Daher gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Client-Programmen für alle wichtigen Betriebssysteme. Von bunten Klicki-Bunti-Clients bis zu minimalistischen Konsolen-Clients ohne graphische Oberfläche ist für jeden etwas dabei.
  • Viele Clients und auch die Serversoftware sind als sogenannte freie Software verfügbar. Dies macht es einem Entwickler leicht, selbst neue Features zu implementieren. Ein gutes Beispiel ist der Server-Bot Helga, welcher von uns entwickelt wurde und mittlerweile auch auf einigen anderen Servern läuft.
  • Das Protokoll ist modular aufgebaut und kann daher ebenfalls leicht erweitert werden.

[Bearbeiten] Datenschutz

  • Sobald du ICQ nutzt, stimmst du den Geschäftsbedingungen der Firma zu, der ICQ gehört. Das ist zur Zeit AOL.
    Dabei haben es diese Geschäftsbedingungen wirklich in sich: AOL darf abhören, zensieren, deine Daten veröffentlichen oder gar verkaufen. Da du dein Urheberrecht abgetreten hast, darfst du sogar theoretisch deine eigenen Daten nicht mehr selbst veröffentlichen. Alles, was du schreibst, gehört ab diesem Moment AOL. Bei einem "Hallo, wie geht's?" mag das noch ziemlich egal sein, aber bei wertvollen Informationen (Diplomarbeit, ...) solltest du besser zweimal überlegen.
    Dies ist möglich, da AOL keine deutsche Firma ist und damit nicht dem deutschen Recht unterliegt. Bei MSN sehen die Nutzungsbedingungen ähnlich fragwürdig aus.
  • Du solltest beachten, dass einige (insbesondere die kommerziellen) Jabber-Dienste (gmx.de, web.de, google.com) ebenfalls ähnliche Bedingungen haben. Das Lesen der AGB ist immer wichtig!
    Da Jabber dezentral ist, kannst du dir aber einfach einen Server suchen, bei dem dir die Nutzungsbedingungen zusagen. In dieser Hinsicht empfehlenswert sind beispielsweise draugr.de, jabber.ccc.de, swissjabber.ch und natürlich die JUNe-Server.
  • Die ICQ-Server stehen laut Geotargeting, zumindest zu einem großen Teil, in den USA, einige aber auch in Australien. Man kann nur Vermutungen darüber anstellen, ob Verbindungsdaten oder Inhalte von NSA, CIA und ähnlichen Organisationen analysiert und/oder gespeichert werden.
  • Die MSN-Server stehen überall auf der Welt verteilt, man kann also "Pech" haben und an einen Server in den USA verwiesen werden.
  • Instant-Messaging ist im Gegensatz zu Email bisher nicht von der Vorratsdatenspeicherung betroffen. Laut dem Gesetz vom 01.01.2008 sind zudem nur öffentliche Telekommunikationsanbieter betroffen. Server die z.B. nur für Angehörige der entsprechenden Universität zugänglich sind, sind also noch einmal explizit von der Vorratsdatenspeicherung ausgeschlossen.

[Bearbeiten] Sicherheit

  • Die Verbindung vom Client (Chat-Programm) zum Server ist, sofern man diese Option aktiviert, SSL/TLS-verschlüsselt. Die Verbindung zwischen verschiedenen Jabber-Servern ist dagegen leider häufig nicht verschlüsselt. Zwar unterstützen die meisten Server SSL/TLS, jedoch haben sie ihre SSL-Zertifikate nicht gegenseitig importiert. Als User hat man darauf keinen Einfluss.
  • Aus diesem Grund unterstützen viele Clients (z.B. Gajim, Kopete, Psi, Jabbin, JBother, Centericq, ...) zusätzlich eine OpenPGP-Verschlüsselung von Client zu Client. Damit ist sichergestellt, dass die Kommunikation vollständig verschlüsselt abläuft und nicht abgehört werden kann. Mehr dazu hier.
  • Eine Alternative zu OpenPGP ist OTR-Verschlüsselung. OTR wird beispielsweise von Pidgin unterstützt. Für diverse andere Clients sind Plugins verfügbar.
  • Beim normalen Chatten wird die eigene IP-Adresse nicht an andere Teilnehmer übermittelt. (Sobald man eine P2P-Verbindung aufbaut, z.B. bei einem Dateitransfer oder einer Audio- bzw. Videoübertragung, muss die IP-Adresse natürlich prinzipbedingt übermittelt werden.) Im Gegensatz dazu wird z.B. bei ICQ die IP-Adresse einfach immer übermittelt. Mit einem entsprechenden Programm kann man diese also recht einfach herausfinden.

[Bearbeiten] Besonderheiten des RWTH-Jabber-Servers

  • Wir bieten Support bei Problemen und allgemeinen Fragen zu Jabber. Zu halbwegs normalen Uhrzeiten sollte eigentlich immer jemand per Jabber oder EMail erreichbar sein.
  • Wir geizen nicht mit Informationen über den Server-Status. Wenn mal etwas nicht funktionieren sollte, veröffentlichen wir eine entsprechende Meldung an dieser Stelle und kümmern uns um das Problem. Server-Stabilität hat bei uns oberste Priorität.
  • Unser Server-Bot Helga kann LaTeX-Quellcode kompilieren und als Bild zur Verfügung stellen. Dies funktioniert unabhängig von den Fähigkeiten des Jabber-Clients. Dies kann sehr praktisch sein, wenn man über komplexe mathematische Dinge diskutiert.
  • Es gibt sogenannte gemeinsame Benutzergruppen. Dies sind Gruppen, in denen beispielsweise jeder jeden aus der Gruppe automatisch in seiner Kontaktliste haben kann. Dies kann für Wohnheime, Lehrstühle, etc. praktisch sein. Die Gruppen werden über unseren Server Bot Helga verwaltet.
  • Bei den Nutzern auf dem RWTH-Server kann man sich sicher sein, wer sein Gegenüber ist, da eine Anmeldung nur mit einer bestätigten RWTH-E-Mail-Adresse möglich ist. Die Jabber-Adresse von Kommilitonen der RWTH kann man sich vergleichsweise leicht merken oder sogar erraten, da sie in der Regel "vorname.nachname@jabber.rwth-aachen.de" ist.
  • Wer den letzten Punkt eher als Nachteil ansieht, kann natürlich trotzdem Jabber benutzen. Es gibt viele weitere Jabber-Server, bei denen man sich seine Jabber-ID völlig frei aussuchen kann.
  • Selbstverständlich ist die Kommunikation nicht auf die RWTH beschränkt. Wer will, kann mit jedem anderen Jabber-Konto weltweit kommunizieren. Über die Transports ist Kommunikation auch mit jedem ICQ-, AIM-, MSN- und Yahoo-Konto möglich.
  • Der RWTH-Server ist von überall aus dem Internet zugänglich, nicht nur aus dem RWTH-Netzwerk. Es ist also keine VPN-Verbindung notwendig, wenn man sich außerhalb des RWTH-Netzwerks (z.B. T-Online, Arcor, 1&1, ...) befindet.
  • Leider unterstützt unsere Serversoftware (Openfire) keinen Invisible-Status. Andere Jabber-Server können dies, unserer leider noch nicht.
  • Die Transports laufen leider nicht hundertprozentig stabil. Trotzdem sind sie durchaus brauchbar. Wem die Stabilität nicht ausreicht, kann einen Multiprotokoll-Client benutzen.
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