Jabber - Einfach erklärt!
Aus RWTH Jabber
| | Dieser Artikel existiert in zwei Versionen: Diese Version ist für unerfahrene Anwender gedacht, die einfach nur chatten wollen. Der zweite Artikel erklärt die Vorteile von Jabber für Profis, die mit den vielen Fachwörtern etwas anfangen können. |
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Warum sollte ich Jabber nutzen?
Neulich beim Hochschulsport:
- – "Kannst du mir deine ICQ-Nummer geben?"
- – "Ungern. Ich bin meistens nur mit MSN online."
Tja, blöd gelaufen. Die beiden größten Chat-Anbieter sind ICQ und MSN. Weil die Firmen, die dahinter stecken, Konkurrenten sind, funktionieren beide Dienste nicht untereinander. Warum gibt es keinen Chat-Dienst, der genauso wie E-Mails global funktioniert, egal, welchen Anbieter man nutzt? Gibt es: Jabber!
Jabber gehört niemandem. Technisch ist es ICQ und MSN überlegen, ohne komplizierter zu sein. Die Adressen lassen sich leichter merken als die ICQ-Nummern, die Buddy-Icons sind endlich so groß, dass du auch was erkennen kannst, es gibt keine nervende Werbung im Programm und Verbindungen lassen sich per SSL/TLS verschlüsseln.
Jabber ist dezentral aufgebaut, d.h. du kannst deinen Anbieter frei wählen. Viele hundert Firmen, Organisationen und Privatleute betreiben eigene Server. Die Nutzer all dieser Server können ganz normal untereinander kommunizieren. Es spielt keine Rolle, wo du deinen eigenen Account hast. Gefällt dir ein Anbieter nicht, so suchst du dir einfach einen anderen. Wie bei E-Mail eben.
Der Internet-Riese Google hat einen Chatdienst namens "Google Talk" gestartet. "Google Talk" ist nichts anderes als Jabber von einem Google-Konto aus. Auch die Chat-Programme von GMX und Web.de sind Jabber-Programme. Zu den größeren nicht-kommerziellen Jabber-Servern zählen beispielsweise draugr.de und jabber.ccc.de in Deutschland sowie swissjabber.ch in der Schweiz. Auch viele Universitäten bieten eigene Jabber-Server für ihre Studierenden und Mitarbeiter an. Und es werden immer mehr.
[Bearbeiten] Datenschutz und Urheberrecht
Datenschutz ist ein Problem, das du nicht unterschätzen solltest. Sobald du ICQ nutzt, stimmst du den Geschäftsbedingungen der Firma zu, der ICQ gehört. Das ist zur Zeit das russische Investment-Unternehmen Digital Sky Technologies (DST)[1].
Dabei haben es diese Geschäftsbedingungen wirklich in sich: DST darf abhören, zensieren, deine Daten veröffentlichen oder gar verkaufen. Da du dein Urheberrecht abgetreten hast, darfst du sogar theoretisch deine eigenen Daten nicht mehr selbst veröffentlichen. Alles, was du schreibst, gehört ab diesem Moment DST. Bei einem "Hallo, wie geht's?" mag das noch ziemlich egal sein, aber bei wertvollen Informationen (Diplomarbeit, ...) solltest du besser zweimal überlegen. Die ICQ-Server stehen in den USA. Somit ist ICQ keine deutsche Firma und unterliegt damit nicht dem deutschen oder europäischen Recht. Bei MSN sehen die Nutzungsbedingungen ähnlich fragwürdig aus.
Diese fragwürdigen Nutzungsbedingungen liegen natürlich nicht an ICQ oder MSN selbst, sondern an der finanziellen Gier der Betreiber. Daher gilt das Gleiche auch für die kommerziellen Jabber-Anbieter (Google, GMX, Web.de), die ebenfalls ähnliche Bedingungen haben. Das Lesen der AGB ist immer wichtig!
Der Vorteil von Jabber ist nun, dass es dezentral ist. Somit kannst du dir einfach einen Server suchen, bei dem dir die Nutzungsbedingungen zusagen. Empfehlen können wir dir die oben genannten nicht-kommerziellen Anbieter und natürlich die JUNe-Server. Hier werden nur die absolut notwendigen Daten gespeichert, deine eigentliche Kommunikation wird dort weder gespeichert noch analysiert. Unsere Nutzungsbedingungen finden sich übrigens hier.
[Bearbeiten] Support
Für Nutzer des RWTH-Jabber-Servers bieten wir direkten Support per EMail und natürlich per Jabber an. Solltest du Probleme mit der Einrichtung deines Jabber-Clients oder anderweitige Fragen zum Thema Jabber haben, melde dich einfach bei uns, wir beißen nicht! Im Gegenteil: Wir freuen uns immer, wenn wir dir helfen können.
[Bearbeiten] Also: Jabber!
Solltest du nun von Jabber überzeugt sein oder es einfach nur mal ausprobieren wollen, registriere deinen Jabber-Account auf dem RWTH-Server.
Als nächstes wirst du einen Jabber-Client benötigen. Es gibt haufenweise verschiedene Clients, sodass es schwer ist, einen bestimmten zu empfehlen. Beliebt sind Miranda für Windows, Adium für den Mac sowie Pidgin, das auf allen großen Betriebssystemen läuft. Alle drei unterstützen neben Jabber auch ICQ, MSN und weitere Netzwerke. So kannst du deinen vollständigen Umstieg Richtung Jabber langsam vollziehen.
Jeder legt Wert auf andere Dinge. Mache mögen es bunt mit großen Buttons, andere haben es lieber kompakt und unauffällig. Sollten dir die drei oben genannten Clients nicht gefallen, habe Mut und probiere ruhig mehrere Clients unserer Liste aus. Am Ende nimmst du einfach den, der dir am besten gefällt. Es sollte wirklich für jeden Geschmack einen geeigneten Jabber-Client geben.
Du bist noch nicht von Jabber überzeugt? Viele der technischen Vorteile von Jabber sind zugegebenermaßen nur für einen echten Profi-Nutzer sinnvoll. Es ist auch schwer, diese einem weniger versierten Nutzer verständlich zu vermitteln. Daher haben wir einen extra Artikel verfasst, der auf genau diese Profi-Nutzer abzielt.

